Landgemeinde Kahlfelde (Lysack)   [Łysak]

Aus Geschichte, Wirtschaft und Kultur

Die Anfänge von Lysack reichen in das Jahr 1811 zurück. Laut Vertrag vom 24. Februar, konfirmiert am 24. Oktober dieses Jahres, erhielten Johann Oleschkowitz und Friedrich Kerstan 285 M preuß. zu Schatullrechten. In der Willenberger Prästationstabelle 1841 werden vier Bauern erwähnt. Die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes litt sehr unter den schlechten Bodenverhältnissen. Große Teile der Dorfgemarkung bestanden aus Bruchland. Ein wirtschaftlicher Aufstieg war erst nach Abschluß der von Landrat von Poser eingeleiteten Meliorationsmaßnahmen feststellbar. Der Ausbau des Röblaufließes in Zusammenhang mit der Regulierung des Omulef (1933/34) ermöglichte eine intensivere Bodennutzung und vor allem eine Steigerung der Futtererträge. In Kahlfelde waren 1939 fünf bäuerliche Betriebe (10-100 ha): Oleschkowitz, Alexander, Hartwich, Kerstan und David. Trotz der Aufwärtsentwicklung blieb der von den großen Verkehrsstraßen abgelegene Ort das kleinste Dorf im Kreise Ortelsburg.

Über das Schicksal der Landgemeinde am Ende des Zweiten Weltkrieges entnehmen wir Berichten von Gustav Kerstan und Berta Hartwich folgende Angaben: Beim Einmarsch der Russen im Januar 1945 hatte die Zivilbevölkerung keine Blutopfer zu beklagen. Verschleppt wurde Wilhelm Hartwich. Vier Einwohner sind als Wehrmachtangehörige gefallen. Zwei Soldaten werden vermißt.

Max Meyhöfer in "Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg" © 1984 by Kreisgemeinschaft Ortelsburg



Ausbauhöfe:   1. Wilhelm Hartwich   2. Wilhelm Alexander   3. Samuel Oleschkowitz   4. Walter Baller, Revierförster

Ergänzungsband "Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg" © 1971 by Kreisgemeinschaft Ortelsburg